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Pan-EU oder EFN?

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Wer mit Versand durch Amazon (FBA) über Deutschland hinaus verkaufen will, landet bei zwei Begriffen: EFN und Pan-EU. Beide sorgen dafür, dass Bestellungen aus anderen EU-Ländern beliefert werden. Der Unterschied liegt darin, wo deine Ware liegt – und das wirkt sich auf Gebühren, Lieferzeit und Steuern aus.

Stand: Oktober 2026. Programmbedingungen und Gebühren ändert Amazon regelmäßig. Prüfe vor der Entscheidung die aktuelle Seller-Central-Hilfe und den Einnahmenrechner.

EFN: ein Lager, Versand über die Grenze

Beim Europäischen Versandnetzwerk (European Fulfilment Network, EFN) lagert Amazon deine Ware nur lokal, zum Beispiel in Deutschland. Bestellt jemand in Frankreich oder Italien, schickt Amazon das Paket grenzüberschreitend aus diesem Lager. Dafür zahlst du die EFN-Versandgebühr, die höher ist als die lokale FBA-Gebühr.

  • Eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer im Ziel-Store ist laut Amazon im Allgemeinen nicht erforderlich.
  • Du brauchst kein Lager in anderen Ländern und keine Umsatzsteuerregistrierung für Lagerung im Ausland.
  • Kunden im Ausland werden aus deinem Lager im Ursprungsland beliefert. Bei Pan-EU liegt die Ware laut Amazon näher an der Nachfrage.

Pan-EU: Amazon verteilt deine Ware

Beim paneuropäischen Versand durch Amazon schickst du Ware in ein EU-Logistikzentrum, und Amazon verteilt sie ohne zusätzliche Kosten auf die Länder, die du für die Lagerung freigegeben hast. Du zahlst dann in jedem dieser Länder die lokale Versandgebühr statt der EFN-Gebühr. Amazon spricht von bis zu 53 % Ersparnis bei den Versandgebühren – das ist der Höchstwert je nach Größe und Gewicht, nicht der Durchschnitt.

Voraussetzungen

  • Lagerung in mindestens zwei Ländern aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Polen freigeben.
  • Aktive FBA-Angebote mit derselben SKU bzw. FNSKU in allen erforderlichen Stores: Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien – und seit dem 3. September 2026 auch in den Niederlanden.
  • Amazon hat angekündigt, dass ab dem 26. Februar 2027 zusätzlich ein aktives Angebot in Belgien nötig ist. Schweden, Irland und Polen bleiben als Stores optional.
  • Produkte im Zustand „Neu“, in allen erforderlichen Stores verkaufsfähig und für den grenzüberschreitenden Versand berechtigt. Nicht berechtigt sind unter anderem Lebensmittel und Getränke, Arzneimittel und Gefahrgüter.
  • Eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer in jedem Land, in dem Ware gelagert wird.

Was du über die Gebühren wissen solltest

  • Bestellungen in Ländern ohne freigegebene Lagerung rechnet Amazon weiter über EFN ab.
  • In den Niederlanden und Schweden zahlst du die lokale Gebühr nur, wenn Lagerung in Deutschland freigegeben ist; in Belgien, wenn Deutschland oder Frankreich freigegeben ist.
  • Damit Amazon umverteilt, schickst du Ware nach Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien oder Polen.
  • Umlagerungen zwischen Logistikzentren kannst du nicht selbst auslösen, Amazon entscheidet. Bewegungen siehst du im Bericht „Grenzüberschreitende Lagerbestandsbewegung“.
  • Auf die FBA-Versandgebühren in den europäischen Stores, darunter Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien, erhebt Amazon einen Kraftstoff- und Logistikzuschlag von 1,5 %. Ab dem 2. November 2026 steigt er laut Amazon auf 2 %.

Der Haken: Umsatzsteuer

Sobald Amazon deine Ware in einem anderen Land lagert, entstehen dort umsatzsteuerliche Registrierungs- und Meldepflichten, dazu Intrastat und weitere Anforderungen. Das gilt laut Amazon auch, wenn Amazon die Ware im Rahmen des Programms für dich verteilt. Plane also Steuerberatung und laufende Meldungen pro Land fest ein. Für Verkäufe an Privatkunden in andere EU-Länder gelten auch bei EFN eigene Umsatzsteuerregeln – das klärst du am besten mit deiner Steuerberatung.

Wann was passt

EFN passt, wenn …

  • du andere Länder erst testen willst und dort noch wenig verkaufst,
  • du noch keine Umsatzsteuerregistrierungen im Ausland hast,
  • deine Produkte nicht in allen Pflicht-Stores verkauft werden dürfen.

Pan-EU passt, wenn …

  • du in mehreren Ländern regelmäßig verkaufst und die EFN-Gebühren spürbar die Marge drücken,
  • deine Listings in allen Pflicht-Stores gepflegt und übersetzt sind,
  • Umsatzsteuer und Meldungen in den Lagerländern organisiert sind.

Rechne vor der Entscheidung pro Produkt: EFN-Gebühr minus lokale Gebühr, mal erwartete Auslandsbestellungen – gegen die Kosten für Steuerberatung und Registrierungen. Amazon zeigt dein Sparpotenzial auf der Seite „Lagerbestand mit paneuropäischem Versand durch Amazon“. Und denk an die Bestandsplanung: Amazon empfiehlt für Pan-EU-Produkte Lagerbestand für mindestens vier Wochen erwarteter Nachfrage europaweit.

Checkliste vor dem Start

  • Produkte für Pan-EU berechtigt (keine Lebensmittel, Arzneimittel, Gefahrgüter)
  • Aktive FBA-Angebote in DE, FR, IT, ES und NL mit gleicher SKU
  • Belgien ab 26. Februar 2027 einplanen
  • Listings in Landessprache, Preise je Store geprüft
  • USt-IdNr. für jedes Lagerland, Meldungen organisiert
  • Verpackungs- und Produktpflichten der Zielländer (z. B. EPR, GPSR) erfüllt
  • Sparpotenzial pro ASIN gerechnet, nicht nur geschätzt

Ob sich Pan-EU für dein Sortiment rechnet, schauen wir uns mit dir Produkt für Produkt an – und setzen die Expansion dann auch um. Mehr auf unserer Seite Markteintritt & EU.

Europa ja – aber mit welchem Modell?

Im kostenlosen Erstgespräch rechnen wir mit dir durch, ob EFN oder Pan-EU für dein Sortiment mehr Marge bringt.