Wer in Deutschland verpackte Ware an Endkunden verkauft, muss im Verpackungsregister LUCID registriert sein. Amazon ist verpflichtet, das zu prüfen, und deaktiviert Angebote, wenn keine gültige Nummer vorliegt. Das betrifft sowohl die Produktverpackung als auch die Versandverpackung – bei Versand durch Amazon also auch den Karton, in dem Amazon deine Ware verschickt.
Seit dem 12. August 2026 gelten in Deutschland die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) und das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) statt des bisherigen Verpackungsgesetzes. Die Grundpflichten bleiben laut Zentraler Stelle Verpackungsregister (ZSVR) gleich: registrieren, Systembeteiligung, Datenmeldung. Neu geregelt ist, wer diese Pflichten trägt.
Stand: Oktober 2026. Die Amazon-Hilfe beschreibt den Ablauf teils noch mit Begriffen aus dem alten Verpackungsgesetz. Prüfe deine Rolle direkt bei der ZSVR. Keine Rechtsberatung.
Schritt 1: Klären, ob du Hersteller bist
Die PPWR unterscheidet zwischen dem Erzeuger, der für die Konformität der Verpackung verantwortlich ist, und dem Hersteller, der die Recyclingkosten trägt und sich in LUCID registriert. Für Marken gilt ein Markenvorrang: Wer Produkte unter eigenem Namen oder eigener Marke herstellen lässt, ist Erzeuger und zugleich Hersteller. Ohne eigene Marke auf der Verpackung kommt es auf die Lieferkette an. Die ZSVR bietet dafür auf ihrer Website eine eigene Abgrenzungshilfe.
Versandverpackungen für den Onlinehandel sind laut ZSVR ausnahmslos systembeteiligungspflichtig – unabhängig davon, was darin verschickt wird.
Schritt 2: Im Verpackungsregister LUCID registrieren
Die Registrierung bei der ZSVR ist kostenlos. Du startest sie als „Hersteller“ und brauchst:
- Stammdaten: Adresse, Telefonnummer, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer oder Steuernummer und eine nationale Kennnummer. Pro Unternehmen ist nur eine USt-IdNr. bzw. Steuernummer möglich – nimm dieselbe wie im Systemvertrag und bei Amazon.
- Verpackungsarten: mit oder ohne Systembeteiligungspflicht.
- Markennamen: alle Marken, die auf deinen Verpackungen stehen. Ohne Marke trägst du den Unternehmensnamen ein.
- Erklärungen: Bestätigung, dass du deiner Systembeteiligungspflicht nachkommst.
Registrieren musst du dich mit deinem Unternehmensnamen, nicht mit deinem persönlichen Namen. Unternehmen ohne Niederlassung in Deutschland, die direkt an Endabnehmer hier liefern, müssen einen Bevollmächtigten benennen.
Schritt 3: Systembeteiligung abschließen
Für systembeteiligungspflichtige Verpackungen schließt du einen Vertrag mit einem Systembetreiber (dualen System) ab und meldest dort deine Verpackungsmengen nach Material. Die ZSVR veröffentlicht eine Liste der Systembetreiber. Amazon stellt in Seller Central Berichte zu EPR-Kategorien bereit, die eine Schätzung deiner Verpackungsmengen enthalten – auch der Versandverpackungen, die Amazon für deine FBA-Bestellungen nutzt.
Schritt 4: Mengen auch in LUCID melden
Die Mengen, die du dem Systembetreiber meldest, meldest du genauso in LUCID unter „Datenmeldung“. Beide Meldungen müssen übereinstimmen.
Schritt 5: Nummer in Seller Central eintragen
Warte, bis deine Nummer im öffentlichen LUCID-Register angezeigt wird. Laut Amazon kann das bis zu 72 Stunden dauern. Trägst du sie vorher ein, wird sie als ungültig markiert.
- Oben links in Seller Central Deutschland als Land auswählen.
- „Verkäuferleistung“ öffnen.
- Im Abschnitt „Einhaltung von Richtlinien“ auf „Compliance mit gesetzlichen Anforderungen“ gehen.
- Reiter „Offen“ wählen und die Zeile suchen, in der EPR bzw. deutsche Verpackung genannt ist.
- In der Spalte „Nächste Schritte“ auf „Übermitteln“ klicken, LUCID-Nummer eintragen, speichern.
Das Format ist fest: DE und 13 Ziffern, ohne Leerzeichen – zum Beispiel DE1234567890123. Jede andere Schreibweise gilt automatisch als ungültig. Es gibt nur eine LUCID-Nummer für alle Verpackungsarten.
Schritt 6: Prüfung abwarten
Amazon gleicht die Nummer innerhalb von bis zu fünf Werktagen mit der ZSVR ab. Geprüft wird, ob USt-IdNr. (oder Steuer- bzw. Handelsregisternummer), eingetragener Firmenname und gegebenenfalls Geschäftsadresse zusammenpassen. Maßgeblich sind die Angaben, die in deinem Shop unter „Info zum Verkäufer“ stehen. Amazon empfiehlt, das Ergebnis nach sechs Tagen unter „Verkäuferleistung“ anzusehen. Der Status wechselt von „Übermittelt“ zu „Gültig“ oder „Abgelehnt“.
Häufige Ablehnungsgründe laut Amazon:
- Nummer nicht gefunden oder abgelaufen
- Ungültiger Herstellername
- Ungültige Steuer- oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
- Ungültiger Produkttyp
Bei einer Ablehnung klickst du auf „Durch eine neue Einreichung ersetzen“. Bearbeiten oder löschen lässt sich eine Nummer nicht. Wichtig: Eine bereits gültige Nummer nicht erneut übermitteln – das setzt die Prüfung zurück, und deine Angebote werden inaktiv.
Schritt 7: Angebote selbst reaktivieren
Auch nach einer gültigen Prüfung schaltet Amazon deine Angebote nicht automatisch wieder frei. Deaktivierte Angebote findest du unter „Gesamten Lagerbestand verwalten“ mit dem Filter „In Suche ausgeblendet“. Dort reaktivierst du sie einzeln oder per Massenbearbeitung.
Du bist kein Hersteller?
Kaufst du fertig verpackte Ware und bist nach den Regeln nicht selbst Hersteller, übermittelst du laut Amazon die LUCID-Nummer deines Lieferanten und informierst zusätzlich den Service für Verkaufspartner. Bei FBA geht Amazon allerdings davon aus, dass du für die Verpackung verantwortlich bist. Kläre deine Rolle deshalb vorher sauber.
Checkliste LUCID
- Rolle geklärt: Hersteller nach PPWR, ja oder nein
- LUCID-Registrierung mit Firmenname, richtiger USt-IdNr. und allen Markennamen
- Systembeteiligungsvertrag inklusive Versandverpackungen
- Mengenmeldung beim System und in LUCID identisch
- Nummer im öffentlichen Register sichtbar, bevor du sie bei Amazon einträgst
- Format DE + 13 Ziffern ohne Leerzeichen
- Firmenname und USt-IdNr. unter „Info zum Verkäufer“ stimmen mit LUCID überein
- Nach Freigabe deaktivierte Angebote reaktiviert
Neben Verpackungen prüft Amazon in Deutschland auch Registrierungsnummern für Elektro- und Elektronikgeräte. Für Batterien gelten eigene EPR-Regeln – das läuft über eigene Nummern und eigene Register.
Registrierungen, Nummern und Fristen sind Teil jedes Markteintritts. Wir richten das mit dir ein und behalten es danach im Blick – mehr auf unserer Seite Markteintritt & EU.
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